ENTEN - DUCKS - STOCKENTEN - MALLARDS

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Die Augen

Die Ente hat neben einem ausgezeichneten Gehör auch sehr gute Augen. Das Sehfeld pro Auge beträgt dabei 160° (siehe Bild unten). Damit sind mit einem Blick fast 320° von 360° absolut möglichem Rundblick erfassbar. Das räumliche Sehfeld liegt aufgrund der fast seitlichen Anordnung der Augen allerdings nur bei ca. 15°. Das heißt für eine direkte dreidimensionale (3-D) Betrachtung müssen die Objekte fast immer in vergrößerter Schnabelbreite liegen. Das ist bei den Enten allerdings zweitrangig, da Enten, wie andere Vögel auch, sowieso ständig den Kopf bewegen und damit scheinbar keine Probleme haben. Enten können übrigens Farben viel besser sehen und erkennen als wir Menschen. Dadurch können mögliche Partner, diverse Feinde, andere Tiere, Pflanzen, Futter usw. voneinander genau unterschieden werden. Für uns sehen doch alle Erpel oder weiblichen Enten, an einem Ententeich, fast gleich oder zumindest sehr ähnlich aus. Die Enten sehen das aber ganz anders, da ihre Augen auch für ultraviolette Lichtstrahlen (UV-Licht) sensibilisiert sind, können sie wesentlich mehr Farben, Helligkeit, Kontrast und Details erkennen. Enten können Gegenstände bis zu einer Entfernung von 80 Metern überblicken, wobei sie aber meistens wesentlich näher an bestimmte Objekte heranfliegen bzw. herangehen.


2x 160° seh-winkel der enteHa, ha - I love ducks!

Das Sehfeld einer Ente (Erpel) mit 2x 160°. Selbst wenn der Kater sich anschleichen würde hätte er keine Chance.


Test (Bitte nicht ausprobieren - siehe Fütterung):
Enten können zugeworfene Brotkrumen in Erbsengröße mit ihrem Schnabel aus Entfernungen von mehr als 2 Metern bereits nach kurzer Zeit sicher fangen und fressen. Die Erfolgsquote bei Ente Nelly und Erpel Donald bei mir und auch bei anderen Enten am Teich lag bei 90% und erhöhte sich bei geringerer Wurf-Entfernung fast auf 100%. Da könnte selbst ein Fußball-Torwart noch neidisch werden. Die Reaktionszeit, Beweglichkeit und das Sehvermögen der Enten ist phantastisch! Auf diese Art und Weise schnappen Enten auch blitzschnell vorbei fliegende Insekten.

Ein weiteres Phänomen bei Enten ist die ständige Wachsamkeit bzw. Aufmerksamkeit. Unsere Stockenten dösen auf dem Wasser, an Land und im Entenrudel, den Schnabel tief im Gefieder steckend und klimpern dabei von Zeit zu Zeit nur mit ihren Augen.

Einmal beobachtete ich bei mir eine Ente die schlief. Neben ihr lag eine halbe Toastbrotschnitte (Vollkorn). Dann kam eine große Elster vorsichtig heran, klaute ihr das Toastbrot und berührte sie beim umdrehen und weghüpfen mit dem schmucken langen Vogelschwanz. Erst jetzt schien meine Ente plötzlich aufzuwachen. Die nachträgliche Video-Analyse in der verlangsamten Darstellung ergab aber den gegenteiligen Beweis. Unsere Stockente hatte die Elster schon vorher genau beobachtet und die Lage fest im Griff. Da keine Gefahr drohte und sie bereits satt und müde war, ließ sie die Elster in Ruhe, drehte nur kurz den Kopf und blieb einfach liegen.

Dazu passt noch diese Meldung aus der Süddeutschen Zeitung über einen Beitrag aus dem britischen Fachmagazin "Nature". Demnach sollen Forscher anhand von Messungen an Hirnströmen bei Enten herausgefunden haben, dass Enten jeweils eine Gehirnhälfte abschalten können, während die andere Gehirnhälfte und damit ein Auge offen bzw. eingeschaltet bleiben. Daraus folgert man, dass Enten nur bei absoluter Sicherheit richtig bzw. fest schlafen können.